das erste abendmal (puppenhaus)

Die Installation lässt sich als provokatives und vielschichtiges Werk beschreiben, das die Spannung zwischen Kitsch, Konsumkultur und religiöser Symbolik thematisiert. Sie vereint Elemente aus der Kindheitswelt – Puppenhäuser, Sparschweine und bunte Farben – mit kritischen Kommentaren zu Institutionen wie der Kirche und der Fastfood-Industrie. Diese Gegenüberstellung von heiterer Kindheitsharmonie und düsterer Gesellschaftskritik schafft eine irritierende ästhetische Dynamik.

Die Wahl des gekreuzigten Affen und der religiösen Symbolik im Kontext von Konsumartikeln stellt zudem eine klare Konfrontation mit der sakralen Bildsprache dar. Diese Art der Dekonstruktion erinnert an die Spannung, die moderne Kunst im kirchlichen Raum oft hervorruft: eine „produktive Störung“, die den Betrachter zwingt, sich mit spirituellen und moralischen Fragen auseinanderzusetzen.

Indem die Installation spielerische Elemente in einen fast altarförmigen Aufbau integriert, verweist sie auf die Idee des Sakralen, entlarvt jedoch zugleich dessen kommerzielle und institutionelle Verzerrung. Diese Herangehensweise fordert die Sehgewohnheiten des Publikums heraus und zwingt dazu, gängige Vorstellungen von Kindheit, Heiligkeit und Konsum zu hinterfragen. Es entsteht eine Kunstform, die den Raum zwischen Blasphemie, Ironie und gesellschaftlichem Kommentar auslotet.

 

Entstehungsjahr: 2010