Der Mensch als Hülle, Maschine – zur Untätigkeit gezwungen oder von Terminen, Aufträgen bzw. Fristen getrieben. Eine Maschine kennt nur zwei Zustände Ein oder Aus bzw. 0 und 1. Indifferenz und Kälte, Emotionslosigkeit bei gleichbleibender Produktivität, Verlässlichkeit, also Loyalität – all das sind Maschinen. Entwickelt, um dem Menschen bedingungslos zu dienen. An und für sich sind sie unparteiisch. Mit Ideologie können sie nur durch die Bedienenden angereichert werden.
Die Performance INSERT, die im Rahmen ihrer Ausstellung Lieblingsworte in der Kulturbackstube Die Bäckerei in Innsbruck im Jahr 2018 stattfand, untersucht Themen der Entfremdung und Mechanisierung in der modernen Gesellschaft. Die Ausstellung fand zwischen Dezember 2016 und Jänner 2017 statt.
Zusätzlich zu mir und Bertram Schrecklich performte David Prieth bei der Vernissage. Bei der Finissage performten lediglich Bertram und ich. Die Ausstellung beleuchtet die komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Maschine und stellt dabei den menschlichen Körper sowohl als isoliertes Objekt als auch als Teil automatisierter Abläufe dar. In meiner Arbeit fordere ich das Publikum heraus, sich der allgegenwärtigen Entfremdung im eigenen Handeln zu stellen, das zunehmend von Arbeitsdruck, Massenproduktion und Konsum geprägt wird. Isolation ist hier nicht nur eine physische Erfahrung, sondern auch eine tiefe Entkopplung vom eigenen Tun, das immer mehr den sich wiederholenden, programmierten und unpersönlichen Merkmalen der Maschinen ähnelt. Dies korrespondiert mit ihrer anhaltenden thematischen Auseinandersetzung mit Kontrolle, Verlust und den entmenschlichenden Effekten der modernen Arbeitskultur und regt die Zuschauer an, die zunehmend verschwommenen Grenzen zwischen menschlicher Entscheidungsfreiheit und maschineller Automatisierung zu hinterfragen.
Die Menschmaschine bleibt innerhalb eines winzigen Handlungsspielraums gefangen. Selbst wenn sie ihr Tun nach außen kommuniziert, kommt kaum etwas in ihren Kosmos zurück, oder dringt zu ihr durch. Das Schreiben, also die aktive Handlung in der Performance, hört nicht auf – es ist kein Ende in Sicht. Die Menschmaschine versucht unaufhörlich vergeblich zu kommunizieren, ihre Kommunikation ist auf eine sinnlose Sisyphosaufgabe reduziert.